Bootcut, Cargo, Marlene oder Skinny – die passende Hose für die eigene Figur


Abbildung 1: Die Auswahl an Passformen ist enorm.

Für viele Frauen liegen die eigenen Problemzonen an Bauch, Beinen und Po. Besonders bei der Kleidungsauswahl machen einige der unbeliebten Polster größere Probleme und sorgen für einen frustrierenden Einkaufsbummel. Die große Bandbreite an Kleidungsstücken macht es Frau jedoch nicht immer einfach, vor allem die richtige Hose zu finden. Dabei haben sich viele Körperformen in den letzten Jahren deutlich verändert und nicht jede Frau sollte sich in Skinny Jeans zwängen, nur weil es ein angesagter Stil ist. Aber auch Cargohosen oder Bootcut passen nicht zu jedem Anlass. Wichtige Ratgeber erläutern die unterschiedlichen Körperformen der Frauen und geben Empfehlungen, welche Kleidung am besten zu ihrem Stil und ihrem Körper passt.

Die weiblichen Körperformen

Wahrscheinlich vor allem Frauen haben schon einmal von den Figurentypen gehört, doch die wenigsten können sich in diesen Formen wiederfinden. Dabei sind die Merkmale sehr gut zu erkennen. Die meisten Frauen gehören in die A-, H-, O-, X- und Y-Typen-Klasse.

Der A-Typ

Der A-Typ bezeichnet Frauen, die einen schmalen Oberkörper mit schmalen Schultern und eher breitere Hüften besitzen. Die Taille ist schmal und ausgeprägt und der Po ist breit und üppig ausgefüllt. Manche Modezeitschriften bezeichnen diesen Typ auch als Birnentyp, da die breite Hüfte und der Po im Gegensatz zu dem schmalen Oberkörper stehen. Häufig kommt hinzu, dass die Beine recht kurz geraten sind und zu kräftigeren Formen und mehr Gewicht neigen. Dieser Figurentyp ist allerdings weit verbreitet und deshalb gibt es viele Möglichkeiten, die passende Hose zu finden.

Der H-Typ

Dieser Typ entspricht eher einem männlichen Körperbau, denn H-Typen zeichnen sich durch eine gerade Linie aus, die sich durch gleich breite Hüften und Schultern ergibt. Die Taille ist kaum sichtbar und die Arme und Beine lang und gerade. Frauen mit diesen Merkmalen wirken oft sehr androgyn oder sportlich und können modisch viele Kleidungsstücke tragen. Einige nennen diesen Typen auch Bananentyp, verursacht durch die gerade Linie des Körpers.

Der O-Typ

Der O- oder Orangentyp fällt hauptsächlich durch runde Formen auf. Busen, Taille, Hüften und Bauch sind mit mehr Gewicht versehen und meist fallen Frauen in diese Kategorie, die auch als mollig zu bezeichnen sind. Oft sind Unterarme und Unterschenkel sehr schlank und zierlich und die Taille nicht besonders ausgeprägt. Die Mitte des Körpers ist der Schwerpunkt und deshalb legen viele Frauen Wert darauf, das Dekolleté, die Beine oder Arme zu betonen.

Der X-Typ


Abbildung 2: Scarlett Johansson verkörpert den idealen X-Typen.

Für viele Männer und Frauen verkörpert der X-Typ den idealen Frauenkörper. Er ist oft als Sanduhr bezeichnet und ist gekennzeichnet durch gleich breite Schultern und Hüften mit einer schmalen und geschwungenen Taille. Weibliche Rundungen an Hüften, Brust und Oberarmen, sowie Po und Oberschenkeln passen sich gut in die Proportionen von Ober- und Unterkörper ein. Der sehr feminine Körper kann viele Kleidungsstücke tragen, welche die weiblichen Rundungen betonen.

Der Y- oder V-Typ

Diese Frauen besitzen einen kräftigen Oberkörper mit breiteren Schultern als Hüften und einer eher eckigen Oberkörperform. Die Hüfte ist schmal im Gegensatz zu einem großen Brustumfang und in einigen Fällen einer großen Oberweite. Oft besitzen Frauen dieses Typs lange, schlanke Beine und einen sehr flachen Po. Die Taille ist eher gerade oder durch einen größeren Bauchumfang nicht besonders ausgeprägt. Manche Modekenner bezeichnen den Typ auch als Apfeltyp und bemerken, dass Oberarme, Taille und Bauch zu den Problemzonen gehören. 

Die richtige Hosengröße finden

Wer je nach Typ seine passende Hose finden möchte, sollte auf die unterschiedlichen Schnittformen und Größenangaben achten. Wichtig sind Taillenumfang, Hüftumfang und die Längenangaben. Auf folgender Seite sind zum Beispiel einige Größen im Verhältnis der Umfangangaben aufgelistet.

Besonders bei Jeans stehen einige Frauen vor dem Problem, die richtige Größe für sich zu finden. Doch das ist meist über einfache Messungen zu erreichen. Zuerst ist der Bundumfang waagerecht in der Taille zu messen. Die Schrittlänge ist vom inneren Beinansatz bis zum Fußende zu messen. Die Weite entspricht dem Bund- oder Taillenmaß und die Länge der inneren Schrittlänge. Um in Inch umzurechnen, das immer noch die amerikanische Maßeinheit für viele Kleidungsstücke ist, sind die Werte durch 2,54 zu teilen. Zusätzlich dazu ist der Hüftumfang für die passenden Hosenschnitte zu messen.

Beispiele:

Taillenumfang

Hüftumfang

Größe

Inch-Größe W/L

71-74

96-98

38

29/32

75-78

99-101

40

31/32

79-82

102-104

42

33/32

83-87

105-108

44

34/32

88-93

109-112

46

36/32

Dazu kommen weitere Größenangaben, denn einige Frauen besitzen längere oder kürzere Beine, die mit den engen oder weiten Bundweiten nicht zurechtkommen.


Abbildung 3: Mit den richtigen Messungen klappt es mit dem Hosenkauf.

L 28-30 steht zum Beispiel für Frauen mit sehr kurzen Beinen, während L 36-40 für Frauen mit sehr langen Beinen geeignet ist. Des Weiteren sollten Frauen bei der Auswahl der richtigen Hose ebenfalls den Schenkelumfang berücksichtigen, um die passenden Hosenformen auszuwählen.

Frauen mit den etwas breiteren Hüften des A-Typs sollten auf jeden Fall Hüfthosen vermeiden, denn alles, was die Breite betont, wirkt sich negativ auf das Gesamtbild aus. Gerade geschnittene Hosen und taillierte Oberteile helfen die positiven Vorzüge hervorzuheben. Frauen des Y-Typs sollten ihre schlanken Beine betonen und können schmale Schnitte auswählen.

Den passenden Schnitt finden

Sobald alle Maße feststehen, haben Frauen die Qual der Wahl an unterschiedlichen Passformen, Stilen und Outfits. 2014 kamen zum Beispiel hohe Taillen wieder in Mode, nachdem Hüfthosen lange Zeit aus der Modewelt nicht wegzudenken waren. Doch nicht jede Frau sollte auf den Trend aufspringen, denn bei einigen Körperformen sind hohe Taillenhosen eher unangebracht.

Der Bootcut

Der Bootcut hat seine Geschichte in den Anfängen der Jeansmode. Boot bedeutet Stiefel und Cut bedeutet Schnitt. Besonders Arbeiter fanden Gefallen an dem Schnitt, da sie so die Jeans über ihre Stiefel ziehen konnten, um Schmutz und Wasser abzuweisen. Heutzutage nutzen viele Frauen den Bootcut als klassisches Element, um ihre Körperformen zu betonen. Besonders gut ist dies für Frauen mit runderen Waden, wie zum Beispiel den A-, O- oder X-Typ. Der Bootcut liegt enger am Oberschenkel und ist ab den Unterschenkeln leicht ausgestellt, sodass sowohl der Po, als auch starke Waden und Oberschenkel kleiner und schmaler wirken. Zusätzlich dazu streckt der Schnitt die Beine und verhilft Frauen mit kürzeren Unterschenkeln zu einer schönen Figur. Doch obwohl der Bootcut ursprünglich auf Stiefel ausgerichtet war, lässt er sich prima mit Ballerinas oder High Heels kombinieren. Dazu passen Blusen, T-Shirts oder lockere, etwas weitere Oberteile, je nach Oberkörperform.

Hosen im Marlene Stil


Abbildung 4: Marlene Dietrich provozierte mit ihrem androgynen Look.

Tatsächlich stammt die Marlenehose von Marlene Dietrich, die als eine der ersten Frauen in den 20er Jahren Hosen trug, mit Hemd und Krawatte. Der Schnitt besteht aus einer normalen Bundhöhe und einem etwas engeren Schnitt an der Taille. Der Stoff lässt Raum für Po, Hüften und Waden und der Schnitt weitet sich langsam je tiefer der Stoff fällt. Er eignet sich für Frauen mit schmalen Taillen, da der Blick durch die Ausstellung der Beine und lockeren Passform direkt auf den oberen Teil der Hose fällt. Y- oder H-Typen können diese Hose sehr gut tragen. Besonders große Frauen haben einen Vorteil bei dem Marleneschnitt, denn er betont ihre langen Beine und schmale Hüft- und Taillenpartie. Auch Personen mit etwas breiteren Hüften und Po können ein entsprechendes Modell der Marlenehose auswählen, da nur die Taille eng geschnitten ist und der Rest des Unterkörpers genügend Platz erhält. Schuhe mit Absatz gehören für etwas kleinere Frauen dazu, so wie eine Bluse oder ein T-Shirt, das in die Hose zu stecken ist. Frauen mit etwas mehr Polstern am Bauch sollten diese Hose nicht auswählen, da diese Form zu sehr auf die Mitte des Körpers zugeschnitten ist.

Die Cargohose

Die Cargohose besitzt einen sehr lockeren Stil mit weiten Beinen und oftmals aufgesetzten Taschen. Sie gilt als Freizeit- und Arbeiterhose und zeichnet einen geraden bis etwas weiteren Schnitt aus. Die Taschen auf Oberschenkeln oder Knien und zusätzliche Applikationen oder Stickereien sind besonders bei schlanken Frauen oder Frauen mit weiteren Oberschenkeln optimal, um die Problemzone Bein je nach Figur zu kaschieren. Oft kommen Cargohosen in 7/8 Länge und passen sehr gut zu Sneakers, Pumps oder Ballerinas. Einige Modelle sind auf Hüfte geschnitten, was vor allem großen Frauen zu Gute kommen kann. Kleinere Frauen mit kurzen Beinen könnten bei diesem Schnitt sehr gedrungen wirken. Die Cargohose wirkt sportlich oder elegant, je nach Auswahl der zusätzlichen Taschen, Reißverschlüsse oder Aufstickereien.

Die Skinny Jeans oder Röhrenhose

Dieses Modell war ursprünglich auf schlanke und sportliche Personen ausgerichtet, wie Skater oder Tänzer, die sich viel bewegen und ihre Beinfreiheit nicht einschränken wollten. Oft besteht der Stoff neben Baumwolle zusätzlich aus Stretchmaterial, da die Hose so eng wie möglich an Beinen und Po sitzen soll. Kleine oder normal große Frauen können diese Hose sehr gut tragen, denn kleine Frauen erhalten durch die enge Passform eine größere Optik. Schlanke Beine sind also optimal für diese Hose, so dass die Figurentypen H, Y oder A diese auswählen können. Der Typ O sollte bei der Hose aufpassen, wenn die Oberschenkel sehr stark ausgeprägt sind. Doch mit einer weit fallenden Tunika oder einem lässigen T-Shirt lässt sich von den Oberschenkeln und dem Po ablenken. Zur Skinny Jeans passen Stiefel, aber auch High Heels oder Sportschuhe.


Abbildung 5: Skinny Jeans lassen sich mit farbenfrohen Tops gut kombinieren.

Wer etwas mehr Gewicht auf die Waage bringt, kann bei der farblichen Auswahl der Hosen einiges wieder wettmachen. So sind dunkle Farben für mollige Frauen immer die bessere Wahl und auffallende Muster und Applikationen an den richtigen Stellen lenken von den zusätzlichen Polstern ab. Am Po sollten diese nicht zu finden sein, damit die Aufmerksamkeit nicht gleich darauf fällt. Für weibliche Rundungen sind höher geschnittene Bünde immer ideal.

Werden demnach die genannten Aspekte beachtet, kann jede Frau die passende Hose für die eigene Figur finden.

Abbildung 1: Pixabay.com © LalouBlue (CC0 1.0)
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © Gage Skidmore (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 3: Pixabay.com © Bluesnap (CC0 1.0)
Abbildung 4: Wikimedia.commons.org © Bundesarchiv, Bild 102-14627 / CC-BY-SA (CC BY-SA 3.0 DE)
Abbildung 5: © Dayzi - Fotolia.com