Bodyforming und Shapewear - wie Frau einige Kilos wegschummelt

Die meisten Frauen haben in ihrem Leben wohl schon mindestens einmal den Wunsch gehabt, abzunehmen, um in ein bestimmtes Kleidungsstück zu passen. Doch Diäten sind mit Verzicht verbunden und nur eine konsequente Ernährungsumstellung kann helfen, überflüssige Pfunde zu verlieren. Entsprechend schwer fällt es vielen, ihre Gewohnheiten zu ändern und in den Alltag zu integrieren. Dennoch möchten die wenigsten auf figurbetonte Kleidung verzichten.

Figurformende Unterwäsche, auch Shapewear oder Bodyforming-Wäsche genannt, kann helfen, optisch ein paar Kilos wegzuschummeln. Die Bandbreite an entsprechenden Miederwaren ist so groß, dass für jede vermeintliche Problemzone das passende dabei ist. Shapewear ist in der Regel ab einer Konfektionsgröße von 36 erhältlich, denn auch schlanke Damen haben natürlich die ein oder andere Problemzone, die diese kaschieren möchten. Gerade auch in Hollywood wird gern zu formender Wäsche gegriffen, um auf dem roten Teppich eine gute Figur zu machen.

Durch die Shapewear werden Fettpölsterchen umverteilt, sodass Rundungen sanfter wirken und zu einer einheitlichen Linie werden. Die Silhouette wird gestrafft, wirkt schlank und weiblich. Ausgeprägte Kurven werden gefestigt und geformt.

Doch nicht nur die Figur profitiert von der Wäsche, auch das Selbstbewusstsein. Denn wer sich schön und wohl fühlt, strahlt das auch aus.

Worauf ist bei der Auswahl zu achten?

Bei solcher Wäsche ist es wichtig, dass sie sich auf der Haut angenehm anfühlt. Hier darf nichts kratzen oder unangenehm spannen, denn Bodyforming-Wäsche wird nicht durch das Tragen weiter wie viele andere Kleidungsstücke.


Abbildung 1: Shapewear ist längst nicht mehr nur zum Verstecken da.

Auch wenn die Shapewear natürlich eng anliegen soll, zu eng sitzen darf sie nicht. Es sollte nichts übermäßig spannen, einschnüren oder gar nach dem Tragen Druckstellen hinterlassen. Sitzt die Wäsche zu eng, rollt sie sich bei Bewegung auf.

War Formwäsche früher noch als Liebestöter verpönt, ist sie heute auch mit Spitze, Mustern, Stickereien und ansprechenden Farben zu haben und kann durchaus ein Hingucker sein. Klassisch gibt es die Wäsche in heller Hautfarbe, schwarz und weiß. Je nach Zweck kann das Wäschestück auch aufwändig verziert sein und problemlos als verführerisches Dessous getragen werden.

Shapewear-Wäsche ist je nach Straffungsgrad und vorgesehener Körperregion in verschiedene Straffungszonen eingeteilt.

Zu den beliebtesten Stücken der Shapewear gehören vor allem diejenigen, die den Bauch kaschieren. Mit zunehmendem Alter verändert sich die weibliche Figur und gerade auch nach einer Schwangerschaft ist die Bauchmuskulatur stark beansprucht.

Weitere klassische Shapewear-Stücke sind beispielsweise:

  • Bodysuits
  • Taillenslip
  • Taillenformer
  • Korselett
  • Panty
  • Miederhose
  • Bustier
  • Top
  • Shape Strumpfhose
  • Unterkleid

Streng genommen gehören auch Push-Up- und Minimizer-BHs zur Shapewear, werden allerdings oft nicht mit dazugezählt, da sie nicht unbedingt aus dem typischen Material bestehen und im Vergleich zu den übrigen Stücken auch nur eine begrenzte Wirkung erzielen.


Abbildung 2: Je nach Problemzone findet sich die passende Wäsche.

Nichtsdestotrotz gehören Minimizer-BHs neben den bauchkaschierenden Stücken zu den beliebtesten aus dem Bereich der Shapewear, unter anderem wegen des Tragekomforts, denn viele Frauen mit üppiger Oberweite leiden unter Rückenproblemen. Formwäsche kann nicht nur das Bindegewebe der Oberweite stützen, sondern auch den Schwerpunkt ein Stück weit verlagern und damit den Rücken entlasten.

Für jede Problemzone das passende Stück

Entsprechend der Nachfrage sind die meisten Wäschestücke auf das Formen des Bauches ausgelegt, doch auch Po, Taille und Oberschenkel können geformt werden. Miederhosen und Taillengürtel sind die Klassiker für das Kaschieren des Bauches. Taillenformer heben darüber hinaus auch den Po und lassen ihn straffer wirken.

Panties bringen den Po in Form und machen den Bauch flacher. Auch die Hüfte wird geformt. Die Varianten mit längeren Beinen formen auch noch die Oberschenkel, weshalb sie gut unter Röcken getragen werden können und ungeliebte Reiterhosen in Form bringen.

Slips bringen neben dem Po auch die Taille in Form, was sich gut für enge Kleidungsstücke wie Jeans und Kleider eignet.

Bodys und Korseletts sorgen für eine Rundum-Formung von Bauch, Hüfte und Po sowie meist für eine gute Haltung und feminine Silhouette. Wer die Oberweite weiterhin zur Geltung bringen möchte, sollte beim Kauf entweder darauf achten, dass die Cups wirklich gut sitzen oder zu einem Wäschestück greifen, das den Brust-Bereich ausspart, sodass der gewohnte BH darunter getragen werden kann. Wer die Oberweite optisch ein wenig verkleinern möchte, sollte darauf achten, dass es zur Gesamterscheinung passt.

Unterkleider kommen, wie der Name vermuten lässt, am besten unter Kleidern zur Geltung. Sie formen eine schöne Silhouette, bringen Po, Beine, Bauch und Rücken in Form und schaffen ein schönes Dekolletee, indem sie den Busen heben und stützen.

Formende Strumpfhosen machen schöne Beine und verstecken ungeliebte Cellulite. Sie sehen darüber hinaus meist aus wie ganz normale Strumpfhosen und können dementsprechend offen unter Kleidern und Röcken getragen werden.


Grafik 1

Shapewear sollte immer von unten angezogen und nicht über den Kopf gezogen werden, das gilt auch für Unterkleider, Shirts und Bustiers. Am besten wird zuerst von oben in das Kleidungsstück hineingestiegen. Bodys werden zunächst bis zur Hüfte hochgezogen und anschließend abgerollt, bis die Arme in die Öffnungen gelangen.

Je dünner und enganliegender das Kleidungsstück darüber, desto weniger Verzierungen sollte die Shapewear aufweisen, damit nichts durchschimmert. Hier kommt es auf den jeweiligen Anlass an, zu dem die Formwäsche getragen werden soll. Im Alltag und im Büro eignet sich am besten helle Formwäsche, die unter der Kleidung nicht zu sehen ist. Abends darf es ruhig auch solche mit Aufdrucken und Spitzenapplikationen sein.


Abbildung 3: Shapewear sorgt für eine schlanke und feminine Silhouette.

Shapewear hat nicht nur den Vorteil, dass sie eine schöne Silhouette formt, sie stützt auch das Bindegewebe und sorgt durch den festen Sitz oftmals auch für eine aufrechtere Haltung.

Aus welchem Material besteht Shapewear?

Shapewear hat einen relativ hohen Anteil an Elasthan, was dafür sorgt, dass die Wäsche sich dem Körper anpasst und dehnbar ist. Gleichzeitig stützt das Material und ist sehr formbeständig. Kombiniert wird Elasthan mit Polyamid, was in der Regel den größten Faseranteil der Wäsche ausmacht. Beide

Faserarten sind robust und dehnfähig. Sie sind darüber hinaus auch sehr pflegeleicht, lassen sich gut waschen und trocknen schnell.

Polyamid wurde erstmals 1935 in Amerika vorgestellt und vornehmlich für Nylon-Strümpfe verwendet. In Deutschland wurde es unter dem Begriff Perlon hergestellt und ist seitdem aus dem Textilbereich nicht mehr wegzudenken. Es wird unter anderem in Badebekleidung, Sportkleidung und Feinwäsche verwendet.

Das Material ist zudem leicht und atmungsaktiv, sodass darunter nicht geschwitzt wird. Einige Modelle werden auch komplett nahtlos gefertigt, um Druckstellen zu vermeiden. Auf Etiketten wird ebenfalls meist verzichtet, damit nichts kratzt oder unschön unter der Wäsche hervorschaut.


Abbildung 4

Die Pflege von Shapewear ist relativ unkompliziert. Oftmals sind die Stücke bei bis zu 40 Grad im Schonwaschgang auch in der Maschine waschbar. Zum Schutz gerade bei verzierter Wäsche empfiehlt es sich, die Formwäsche in ein Wäschesäckchen zu geben und Feinwaschmittel zu verwenden. Auf Weichspüler sollte verzichtet werden, ebenso auf das Bügeln und Bleichen. Genauen Aufschluss geben die Pflegeanweisungen des Herstellers, die unbedingt beachtet werden sollten.

Shapewear für Männer

Herren profitieren inzwischen ebenfalls gern von den Vorzügen der Shapewear. Die Problemzonen liegen dabei, ähnlich wie bei den Damen, vor allem am Bauch und den Hüften.

Gerade unter leichten Sommerhemden eignen sich Shape-Unterhemden, die Brust und Bauch formen. Durch den festen Sitz nehmen Männer auch eine aufrechtere Haltung ein; einige Hemden verfügen im Rücken beispielsweise über eine x-förmige Straffungszone, die die Schulterblätter zusammenzieht. Für Bauch und Hüften gibt es figurformende Boxershorts. Wer normalerweise luftigere Shorts trägt, wird sich allerdings vermutlich erst an den engeren Sitz gewöhnen müssen. Wer nur den Bauch formen möchte, greift zu entsprechenden Gürteln. Die Farbauswahl ist auch hier klassisch in Schwarz, Weiß und heller Hautfarbe. Die Unterhemden gibt es sowohl mit als auch ohne Ärmel und sie lassen sich problemlos unter dem normalen Shirt oder Hemd tragen.

Bildquellen
Abbildung 1: Commons.wikimedia © (CC0 1.0) Elkagye
Abbildung 2: Commons.wikimedia © (CC0 1.0) WestportWiki
Abbildung 3: Pixabay © (CC0 1.0) GloriaAgostina
Abbildung 4: Fotolia.com © Kirill Kedrinski

Bildquelle Grafik:
Grafik 1: commons.wikimedia © (CC BY-SA 3.0) GMLSX